Hochhaus-Schalungstechnik mit modernster Technik


Schalungstechnik auf höchstem Niveau

Im aufstrebenden Stadtquartier Züri-West sind gegenwärtig gleich zwei Hochhäuser von 126 m und 81 m am Emporwachsen. Und sowohl beim Prime-Tower als auch beim benachbarten Mobimo-Tower wird für das Betonieren der Gebäudekerne innovative Schalungstechnik von Holzco-Doka eingesetzt.

Trotz ähnlichem Baukonzept und Grundrissen werden zwei total unterschiedliche Bauverfahren angewendet. So ist beim 36stöckigen Prime-Tower dank raffiniertem Schalungssystem mit Schutzschild ein gerüstloses Klettern möglich. Dazu wird das Kletterschalungssystem „Kletterautomat SKE“ von Holzco-Doka Schalungstechnik AG eingesetzt. So können die komplizierten  Gebäudekerne im Wochentakt betoniert werden.

Beim benachbarten Mobimo-Tower, der eine Gesamthöhe von 81 m aufweisen wird, kommt für den Gebäudekern über die 24 Stockwerke das bewährte System mit Kletterbühnen und Teleskopschachtbühnen von Holzco-Doka zum Einsatz, wobei ohne Gerüst gearbeitet wird. Die unterschiedlichen, bei den beiden Hochhäusern angewandten Schalungsverfahren gewährleisten einen hohen Sicherheitsstandard und ermöglichen einen rationellen Arbeitsablauf für die unter enormen Zeitdruck stehende Bauausführung.

Skelettbau in Stahlbeton für Mobimo

Das einen besonderen architektonischen Akzent setzende 81m hohe Hochhaus wird durch die Marazzi Generalunternehmung AG im Auftrag der Immobiliengesellschaft Mobimo errichten. Der Entwurf stammt von den Architekten Diener & Diener. Hauptmieterin ist SV Schweiz, die als Franchisenehmerin für Marriott International das Lifestyle-Designhotel Renaissance Zürich City West mit 300 Zimmern auf 14 Etagen betreiben wird. Hinzu kommen 53 Luxuswohnungen in den darüber liegenden Stockwerken.
Das Projekt mit einer Rohbausumme von 120 Mio. Franken und doppelt so hohen Gesamtinvestitionen, entsteht auf dem früheren Coop-Areal in Zürich-West. Der Rohbau ist bis im Mai 2010 hochzuziehen, fertig bezugsbereit wird der Neubau bis im Frühjahr 2011 sein.

Für das Hochhaus sind in einer kooperativen Planungsphase verschiedene Konstruktionsvarianten geprüft worden. Schliesslich wurde als statisches Konzept aus wirtschaftlichen Gründen eine Pfahl-Platten-Fundation und für die Obergeschosse ein Skelettbau in Beton gewählt. Das Tragwerk besteht aus Ortbeton und einer vorfabrizierten Betonkonstruktion der Aussenwände.
Kenndaten des Bauwerks sind seine Gebäudehöhe von 81 m und der ein Fünfeck von maximal 53 x 31 m bildende Grundriss mit einer Fläche von 1400 m². Das Hochhaus weist 24 Obergeschosse mit unterschiedlichen Höhen von 2,95 – 5,5 m sowie zwei Untergeschosse auf.

Rohbauzeit von bloss einem Jahr

Als Bauweise für die Obergeschosse hat die mit den Rohbauarbeiten betraute Bauunternehmung Anliker AG, Emmenbrücke, jene des vorauskletternden Kerns gewählt. Wie Bauführer Roger Dätwyler bei einem Baustellenrundgang erläutert, steht für die Ausführung der Rohbauarbeiten eine Bauzeit von bloss 12 Monaten ab Fundationsplatte zur Verfügung. Damit befindet sich die Baustelle unter einem enormen Zeitdruck, der von den 45 Beschäftigten und den eingesetzten Baugeräten alles abverlangt.

Durch die zeitliche Vorgabe einer bezugsbereiten Fertigstellung des Gebäudekomplexes mit einem Volumen von annähernd 144 000 m³ bis im Frühjahr 2011 werden an die Logistik und Koordination aller involvierten Gewerke höchste Anforderungen gestellt. Dazu gehört die Einhaltung des Ablaufplanes durch alle Beteiligten. Vorgegeben worden ist ein 7-Tage-Takt; durch besondere Anstrengungen konnte eine Beschleunigung auf 6 Tage erreicht werden. Dank diesem Effort waren Ende 2009 mit den Kernwänden das 15. Geschoss und bei den Decken das 12. Stockwerk betoniert.

Rohbau wächst im Wochentakt nach oben

Im Rahmen des Ablaufplans werden gemäss den Erläuterungen von Bauführer Dätwyler nach dem Betonieren der Decken die vorfabrizierten Betonfertigteile versetzt. Dazu sind pro Geschoss je 33 Stützen und Wandriegel just-in-time anzuliefern und am Deckenrand anzubringen. Am zweiten Tag wird die Deckenschalung gesetzt. Darauf folgen die Armierung und die zum Teil komplizierten Einlagen, welche individuell eingemessen und vor dem Einbringen des Betons kontrolliert werden. Das Betonieren der Geschossdecken erfolgt in zwei Hälften mit einer Kubatur von 180 m³. Vorgezogen werdenin einer weiteren Etappe die Kernwände ausgeführt, welche halbgeschossweise geklettert werden.

Effiziente Schalungstechnik

Als Schalung kommen das Klettersystem MF240 mit Framax Xlife-Rahmenschalung und für die Decken Dokamatic-Tische der Holzco Doka-Schalungstechnik AG zum Einsatz.
Mit den Kletterbühnen MF240 und Teleskopschachtbühnen kann ohne Gerüst gearbeitet werden. Der Gebäudekern weist zu den Decken einen Vorlauf von drei Geschossen auf.

Als Kletter- und Wandschalungen sind insgesamt 26 MF-Klettereinheiten eingesetzt, welche zu 13 Kletterbühnen montiert sind. Die 16 Schachtbühnen werden aus 32 Teleskopschachtträgern gebildet. Die rund 900 m² Wandschalung bestehen aus Framax-Xlife-Schalungselementen von 3,3 m Höhe, welche für das 14. und das 23. Obergeschoss um 45 cm erhöht sind. Dadurch ergeben sich Etappenhöhen im Normbereich von 2,95 – 3,15 m und in den beiden aufgestockten Bereichen von 3,7 m. Sämtliche Schächte sind mit Framax-Ausschalecken ausgerüstet. Als Besonderheiten der von Holzco Doka entwickelten Schalungskonzeption ist zu erwähnen, dass mit MF-Einheiten ohne Nachlaufbühnen mit direkt folgender Decke gearbeitet wird.
Als Deckenschalung für die Hauptgeschossflächen von rund 1000 m² kommen Dokamatic-Tische mit Passflächen für direkt eingebaute Notabspriessung zum Einsatz. In den Ergänzungsbereichen werden für die rund 1000 m² Dokaflex-Tische und Sonderanfertigungen angewendet. Um den Arbeitstakt für Kern und Decke einhalten zu können, sind zwei komplette Deckenschalungen vorgehalten.

Die Umsetzung der Schalungselemente geschieht mit den beiden Hochbaukranen. Eingesetzt sind zwei Kletterkrane von Liebherr mit Hakenhöhen von 106 und 98 m, welche durch zwei Verankerungen im Abstand von 6 Geschossen am Gebäude fixiert sind.
An Beton wird bis und mit zweitem Obergeschoss Transportbeton der Qualität C50/60 verwendet, anschliessend Beton C30/37. Die Gesamtkubatur erreicht 21 000 m³ und wird vom Betonwerk der Agir AG geliefert; der Antransport auf die Baustelle erfolgt problemlos, wobei sich die Vorteile von Transportbeton zeigen. Die Pumparbeiten besorgt die Firma a3-Betonpumpen. Diese setzt dafür eine stationäre Betonpumpe und einen Pumpenturm von Putzmeister ein, der über drei Geschosse eingespannt ist.

Hoher Stellenwert der Arbeitssicherheit

Grosses Gewicht wird durch die Bauunternehmung Anliker auf die Sicherheit auf dieser Baustelle gelegt, wo grosse Höhen und Steigzonen zu berücksichtigen sind. Dabei werden die Vorgaben der Baupolizei Zürich optimal erfüllt. In den Treppenhäusern gelangen Fertigelemente für die Treppen mit Ortbeton für die Podeste zum Einsatz, wofür Öffnungen in den Schachtbühnen vorgesehen sind. Auf der Kernschalung sind die MF-Geländerhöhen mit 2,0 bzw. 3,0 m ausgeführt und alle Öffnungen mit Gummidichtlippen verschlossen. Für den Zugang werden die neuen Doka- Treppentürme 250 eingesetzt, welche die höchsten Sicherheitsansprüche erfüllen.


www.mobimotower.ch

Impressionen